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Diplomarbeit Teil 1 (Vorwort, Inhaltsverzeichnis, Allgemeiner Teil)
Fortsetzung Diplomarbeit Teil 3 (Anhang: Glossar, Literatur, Tabellen)

Siebentes Kapitel

Experiment

Vorstudie und Hauptversuch: subjektive Tondauern

7. Experiment

7.1. Vorstudie: Naturaufnahme versus MIDI-synthetisierte Aufnahme

Das Experiment, subjektive Tondauer in MIDI-Sequenzern (Siehe 6.4.) hinsichtlich einer praktischen Anwendungsmöglichkeit zu untersuchen, wurde in einer ersten Annäherung an die Tondauerproblematik zum Vergleich Naturinstrument - synthetisiertes Instrument in folgender Weise aufgebaut:

Abbildung 7/1: MIDI-Aufnahme versus akustisches Instrument.

Versuchsaufbau der vergleichenden Analyse zum Nachweis der Validität des Modells der subjektiven Tondauer für MIDI-Aufnahmen von Hugo Fastl sowie zum Vergleich hinsichtlich möglicher Interpretationscharakteristika.

Die getroffene Annahme für dieses Experiment lautet folgendermaßen:

Der Musiker adaptiert seine Spielweise am synthetisierten Instrument analog dem Naturinstrument, indem er seinem subjektiv längeren Höreindruck durch objektiv meßbare kürzer gehaltene Notenwerte nachkommt, d.h. am MIDI-Sequenzer werden - relativ zum musikalischen Notat - verkürzte Notenlängen aufgezeichnet.

7.1.1. Beschreibung des Versuchs

Ein Musikinstrument (z.B. Klavier, Schlagwerk, Idiophon, etc.) wird durch ein Mikrophon abgenommen und digital auf R-DAT aufgezeichnet. Grundsätzlich werden dabei formal zwei differierende Aufnahmen getätigt:

  1. Kurze Phrasen bzw. einige Takte verschiedener Musikstücken dienen als Tonbeispiele für eine vergleichende Analyse.
  2. Analytische Aufnahmen (Einzeltöne) mit unterschiedlicher Tonhöhe werden sukzessive auf R-DAT aufgenommen, um anschließend das Instrument mit einem digitalen MIDI-Sampler speichern und rekonstruieren zu können. D.h. es wird z.B. der Klang einzelner Tasten eines Klaviers oder einzelner Stäbe eines Idiophons etc. isoliert digital aufgezeichnet und anschließend als Einzelwelle über die S/PDIF- bzw. AES/EBU- Schnittstelle digital zum MIDI-Sampler transferiert.

Liegt das "synthetisierte" Musikinstrument digitalisiert am Sampler vor, so kann der Vorgang der Aufzeichnung neuerlich stattfinden, allerdings erfolgt nun die Aufnahme anhand eines MIDI-Sequenzers. Um dem ausführenden Musiker möglichst ein vertrautes Spielgefühl zu vermitteln, erfolgt die musikalische Einspielung mit einem jeweils dem Naturinstrument adäquaten MIDI-Controller:

z.B.: Klavier: Masterkeyboard mit gewichteter Tastatur

Schlagwerk: Drum-to-MIDI-Converter

Idiophon: Multimallet, Silicon Hamlet, etc.

Gitarre: MIDI-Gitarre

usw.

Die ursprüngliche akustische Aufnahme eines Tonbeispiels kann nun mit der synthetisch - durch die Kombination MIDI-Sequenzer/-Sampler - entstandenen Aufnahme nach Tondauer, Interpretation und anderen Merkmalen verglichen werden. Die (zeitliche) Vermessung und Analyse erfolgt mit einer S_TOOLS® Workstation (DEUTSCH, 1989).

7.1.1.1. Beispiel 1: Klavier

Das beim Experiment verwendete technische Instrumentarium setzt sich aus folgenden Geräten zusammen:

Aufnahme:

MIDI-Aufnahme Hardware: Roland® A 80 Masterkeyboard.

Sampler:

Workstation:

Software:

Der Pianist spielte zuerst wenige Minuten lange Passagen aus verschiedenen Klavierwerken (F. Liszt: h-moll Klaviersonate, W. A. Mozart: Klaviersonate KV 281; siehe Anhang: Notenbeispiele 2, 3 und 4) ein, anschließend wurde die Aufnahme der Klänge einzelner Tasten in folgender Weise durchgeführt:

Beginnend mit C1 (32,7 Hz) werden die Tasten einzeln "forte" angeschlagen und bis (annähernd) zum Verklingen gehalten. Anschließend wird die nächste Taste betätigt usw.; Ton für Ton wird jeder Tastenanschlag auf R-DAT aufgezeichnet. Aus Gründen des begrenzten Speicherplatzes des digitalen Samplers muß die Vorgangsweise der Aufnahme aber entsprechend überlegt und optimiert werden: Das Gerät (Roland S-760) verfügt in der vorliegenden Ausführung über einen Hauptspeicher von 10 MB. Bei einer Abtastrate von 44,1 kHz können daher maximal 113,5 Sekunden Audiodaten monophon verwaltet werden. Das bedeutet, daß die Aufnahme nicht für jede Taste einzeln und auch nicht in verschiedenen Dynamikabstufungen (Multisample) erfolgen kann. So wurde bereits bei der Aufnahme eine Schrittweite von drei Halbtonschritten gewählt (C1, D#1, F#1, A1, C2, D#2, usw. bis c4), d.h. sechs Oktaven am Klavier werden später beim synthetisierten Instrument durch lediglich 25 Einzelwellen repräsentiert. Jeder Originalklang ist aus diesem Grunde bei der Wiedergabe beider benachbarter Halbtöne jeweils um einen Halbton transponiert zu hören.

Die nunmehr auf R-DAT aufgezeichneten Einzelklänge ("Samples") werden digital (via S/PDIF-Schnittstelle) zum Sampler übertragen und dem jeweiligen Tonhöhenbereich zugewiesen. Sogleich werden Start- und Endpunkte für die einzelnen Samples festgelegt, die getätigten Aufzeichnungen außerhalb des genutzten Samples werden gelöscht, um den Speicherplatz für relevante Aufzeichnungen Nutzen zu können (Truncate). Die Organisation der Samples ist ein wesentlicher Bestandteil im Umgang mit dieser Technologie. Da, wie besprochen, für die 25 Einzelklänge nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht (insgesamt 113,5 Sekunden, das entspricht ca. 4,5 Sekunden pro Sample) muß für längere Klangdauer die Technik einer Endlosschleife (Loop) angewendet werden. Im allgemeinen schwingen tiefe Töne langsamer aus als höhere. Ebenso verhält es sich bei den Nachklingzeiten für einen Flügel ein Maximum wird nach J. MEYER (1980: 78) dabei beim dritten Teilton von C1 (32,7 Hz) mit 43 (!) Sekunden erreicht; z.B. klingt c5 (2093 Hz) vergleichsweise weniger als drei Sekunden lang. Obgleich lange Klangdauer in dieser Untersuchung nicht von Bedeutung ist, wurden alle tieffrequenten Einzelsamples nach mehr oder weniger langem Ausklingen (z.B. ca. 7 Sekunden für C1 tendenziell um ca. 0,7 Sekunden pro Oktave verkürzt) mit einer Endlosschleife versehen. Samples im oberen Frequenzbereich konnten ohne Bildung eines Loops aufgezeichnet werden. Die eigentliche Klangdauer wurde anschließend durch die ADSR-Hüllkurve für jedes Sample einzeln festgelegt. Die am Gerät vorliegende Funktion des Time Variable Amplifiers (TVA) wurde dazu verwendet, den einzelnen Samples - in einer vergleichenden Assimilation mit dem Ausgangsmaterial (R-DAT Aufnahme) - die entsprechende Dynamikhüllkurve anzugleichen.

Das Frequenzspektrum eines Instrumentenklanges ist stark von der Lautstärke eines Tones abhängig. Der musikalische Begriff der Dynamik bezieht sich in erster Linie auf die Lautstärke bzw. Anschlagstärke; dabei ist allerdings zu bemerken, daß verschiedene Dynamikstufen gleichzeitig Veränderungen im spektralen Aufbau hervorrufen (WINCKEL, 1960: 44-47). Beispielsweise hängt die Klangfarbe des Klaviers auch davon ab, an welcher Stelle die Saite vom Hammer angeschlagen wird und welche Härte der Hammer aufweist (PIERCE, 1983: 156-157). In der Samplingtechnik gibt es zur Rekonstruktion dieser Gegebenheit grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Ein Klavierton wird mit einem leisen (pp), ev. mittleren (mp/mf) und einem lauten (ff) Anschlag aufgenommen. Diese (zwei) drei Aufnahmen werden als "Multisample" angeordnet: je nach Tastenanschlag (Velocity) ist das entsprechende Sample zu hören, wobei bei Zwischenwerten stufenlos überblendet wird.

Durch die Anschlagstärke (Velocity) kann ein Filter (z.B. Tiefpass-Filter, HF-Shelving-Filter) dynamisch gesteuert werden. Bei leichtem Anschlag werden die oberen Teiltöne im Pegel abgesenkt, bei maximalem Anschlag erfolgt keine Filterung, d.h. alle Frequenzkomponenten werden im Originalpegel wiedergegeben.

Die besseren und authentischeren Ergebnisse erzielt man durch die speicherintensive Velocity-Crossfading-Methode, deren Nachteil in der Vervielfachung des Speicherbedarfs und des Mehraufwandes bei der Aufnahme und der Organisation der zahlreichen Samples liegt. Aus diesem Grunde wurde in diesem konkreten Fall des synthetisierten Klaviers die Methode der anschlagdynamischen Filterung gewählt.

Als Endergebnis der zuvor beschriebenen Operationen liegt die synthetisierte Version des Konzertflügels im Hauptspeicher des Samplers vor. Die Datensicherung erfolgt auf einer SCSI-Festplatte.

Der Pianist spielt neuerlich - nunmehr auf einem Masterkeyboard mit synthetischer Klangerzeugung - die gleichen Passagen der beiden Klaviersonaten, die bereits als Klavier-Originalaufnahme vorliegen. Die jetzt am MIDI-Sequenzer vorliegenden Daten werden einer statistisch-interpretatorischen Auswertung zugeführt.

7.1.1.2. Beispiel 2: Idiophone: Xylophon, Vibraphon, Glockenspiel.

Das beim Experiment verwendete technische Instrumentarium setzt sich aus folgenden Geräten zusammen:

Aufnahme:

MIDI-Aufnahme Hardware: Simmons - Silicon Mallet®.

Sampler/ Workstation/ Software:

Wie schon unter 7.1.1. beschrieben werden wiederum einzelne Passagen aus verschiedenen Musikstücken auf R-DAT aufgezeichnet. Anschließend werden die einzelnen Klänge der Idiophone in Halbtonschritten digital aufgenommen. Da die Nachklingzeiten der perkussiven Schlaginstrumente relativ kurz sind, kann auf die Technik der Schleifenbildung, die bei der Klavieraufzeichnung verwendet wurde, verzichtet werden. Ebenso ist es möglich, jeden der klaviaturmäßig angeordneten Klangkörper (Stäbe, Platten) einzeln aufzuzeichnen, da der Hauptspeicher des Samplers für die Aufnahme von Instrumenten dieser Gattung auch über mehrere Oktaven ausreicht. Die mit dem Silicon Mallet eingespielten MIDI-Aufnahmen der synthetisierten Idiophone werden - wie die getätigte Klavieraufnahme - statistisch und interpretatorisch ausgewertet.

7.1.2. Versuchsergebnisse

Die statische Auswertung der MIDI-Aufnahmen für Klavier läßt tendenzielle Rückschlüsse auf eine - nach psychoakustischen Kriterien - unbewußte Gestaltung der Notenlängen durch den Probanden zu. Nach der absoluten, numerischen Vermessung anhand der Sequenzeraufnahme wurden die durchschnittlichen Notenlängen der drei exemplarischen Klavierstückpassagen folgendermaßen gewählt:

 

Note

F. Liszt

h-moll Sonate

W. A. Mozart

KV 281/I

W. A. Mozart

KV 281/III

1/t

n

absolut

gespielt

n

absolut

gespielt

n

absolut

gespielt

3/4 lg

2

903

784

-

-

 

-

-

-

1/2 lg

2

602

801

-

-

-

-

-

-

3/8lg

4

1494

1704

-

-

-

-

-

-

1/4st

12

996

273

-

-

-

-

-

-

1/4lg

20

996

1157

-

-

-

16

320

174

3/16

-

 

-

-

-

-

-

-

-

1/8 lg

4

498

763

-

-

-

40

160

92

1/8Tr

6

100

44

-

-

-

-

-

-

1/16

4

75

52

8

164

161

-

-

-

1/32

-

 

-

30

82

75

-

-

-

Legende: lg= legato, st=staccato, Tr=Triole, n=Stichprobe (Anzahl der entsprechenden Notenwerte)

absolut: errechnete Notenlänge laut Aufnahme (1538 Ticks = 1 Takt mit Tempo 120)

gespielt: durchschnittliche MIDI-Notenlänge der Stichprobe n

7.1.3. Interpretation und Kritik am Ergebnis

Die zuvor abgebildete Tabelle läßt einen Trend hinsichtlich einer Verkürzung von 1/16- und 1/32-Notenwerten erkennen, dennoch eröffnet diese Form der Analyse keine Möglichkeit zu validen Aussagen. Probleme im Vergleich der verschiedenen Aufnahmen ergeben sich aus mehreren Gründen:

Repräsentative Aussagen lassen sich anhand dieser Untersuchung nicht treffen. Die nachfolgenden Abbildungen sollen interpretatorische Unterschiede zwischen den verschiedenen Einspielungen in einer makroskopischen Darstellung verdeutlichen. Abbildung 7/2 vergleicht die mit dem Konzertflügel getätigte "Audio"-Aufnahme mit einer etwa drei Wochen später getätigten "MIDI"-Aufnahme der Mozart Klaviersonate KV 281, 3. Satz Takt 1 bis 7 (Note 1 bis 50 der Oberstimme). Deutlich erkennbar ist der Unterschied in der Einspielgeschwindigkeit, die Audioaufnahme endet nach ca. 9,7 Sekunden, die MIDI-Phrase endet erst nach ca. 10,4 Sekunden. Vergleicht man die Phrasierungen, so sind deutliche Abweichungen bei den Noten 11 bis 15, 22 bis 25 und 47 bis 50 zu erkennen. In Analogie dazu steht die Abbildung 7/3, die eine grobe Gegenüberstellung zweier MIDI-Aufnahmen zeigt: Die gewählten Tempi der Einspielungen weichen unwesentlich voneinander ab, auch die prägnanten Phrasierungsunregelmäßigkeiten, die in Abbildung 7/2 aufgezeigt werden, sind verschwunden.

Abbildung 7/2: Interpretationsvergleich Mozart KV 281/3: Audio- versus MIDI-Aufnahme.

(Siehe Anhang: Notenbeispiel 3)

Abbildung 7/3: Interpretationsvergleich Mozart KV 281/3: MIDI-Einspielungen.

(Siehe Anhang: Notenbeispiel 3)

Ähnliche Unterschiede der Tempogestaltung zeigt ein Vergleich der Aufnahmen der h-moll Klaviersonate von Franz Liszt (Abbildung 7/4 und 7/5):

Abbildung 7/4: Interpretationsvergleich Liszt h-moll Sonate: Audio- versus MIDI-Einspielung (siehe Anhang: Notenbeispiel 2).

Abbildung 7/5: Interpretationsvergleich Liszt h-moll Sonate: MIDI-Einspielungen

(siehe Anhang: Notenbeispiel 2).

Die Abweichungen in der Phrasierung sind in diesem Beispiel aufgrund des wesentlich größeren Analysezeitraums von ca. 43 Sekunden wesentlich weniger signifikant dargestellt, als vergleichsweise in Abbildung 7/2; eine hier nicht näher angeführte, detailliertere Untersuchung liefert jedoch Resultate mit ähnlich typischer Charakteristik.

Aufgrund der unzureichenden Ergebnisse einer Analyse hinsichtlich subjektiver Tondauer wird dieser Weg nicht weiter verfolgt, ebenso wird keine weitere detaillierte interpretatorische Untersuchung aufgezeigt. Diese Verfahrensweise bietet sehr wohl die Möglichkeit einer musikwissenschaftlichen Erhebung nach Gesichtspunkten der musikalischen Interpretation, die eigentliche Problematik wird aber nicht faßbar. Die hier nicht näher angeführten Aufnahmen (weitere Einspielungen mit Klavier sowie mit diversen Idiophonen) weisen ähnliche Charakteristika auf, wie die zuvor abgebildeten und beschriebenen Musikstücke.

Das im nächsten Abschnitt ausführlich diskutierte Experiment soll neue, interpretierbare Erkenntnisse bezüglich einer musikalischen Anwendung des Modells der subjektiven Tondauer liefern.

7.2. Hauptversuch: Variation synthetisierter Klänge

Die Validität des Modells der subjektiven Tondauer in der musikalischen Anwendung - anhand von MIDI-Sequenzern - ist in dieser Arbeit von zentralem Interesse. Da ein objektiver Vergleich zwischen einer akustischen Aufnahme und einer synthetischen MIDI-Aufnahme - wie zuvor beschrieben - nicht vorgenommen werden kann, soll durch ein andersartiges Experiment die Gültigkeit der subjektiven Tondauer in der musikalischen Aufnahme mit MIDI-Sequenzern überprüft werden. In der folgenden Annahme wird die Ebene des Vergleichs - Natur versus Synthese - verlassen und auf die ausschließliche Variation von synthetischem Klangmaterial verlagert. Dabei wird folgendermaßen vorgegangen:

Geeignetes, synthetisch vorliegendes Klangmaterial wird unter Zuhilfenahme eines Samplers einer ADSR-Hüllkurvenvariation unterzogen; der gleiche Ausgangsklang wird jeweils mit drei verschiedenen Dynamikhüllkurven versehen (siehe Abbildung 7/6):

  1. Hüllkurve 1: Keine Ein- und Ausschwingzeit, d.h. der Klang beginnt mit maximaler Amplitude, es erfolgt kein Nachklingen nach dem MIDI-Note-Off.
  2. Hüllkurve 2: Die Ein- und Ausschwingzeiten sind etwas kürzer oder maximal gleichlang gewählt, wie jene des Mithörschwellen-Zeitverlaufs.
  3. Hüllkurve 3: Die Ein- und Ausschwingzeiten des Ausgangsklanges sind deutlich länger justiert, wie die nach dem Modell der subjektiven Tondauer errechnete subjektive Klingdauer des Mithörschwellen-Zeitverlaufs. Die auditive Empfindung der Tondauer ist in dieser Einstellung objektiv länger wahrnehmbar.

Abbildung 7/6: Variation der Hüllkurve eines Klanges zur empirischen Überprüfung von musikalischer Tondauer. (Ti=Impulsdauer, Tm= subjektive Impulsdauer, Tm’=Impulsdauer entspricht der wahrgenommenen Dauer)

Das zuvor abgebildete Modell läßt sich - für ein zu erwartendes Ergebnis einer empirischen Untersuchung - hypothetisch folgendermaßen formulieren:

Die Versuchspersonen werden die Tondauer der MIDI-Noten für die objektiv unterschiedlich langen Klänge mit den Hüllkurven 1 und 2 gleich lange wählen, da die Klänge - aufgrund der Vor- und Nachverdeckung - subjektiv gleich lang empfunden werden. Klänge mit der Hüllkurve 3 (die im zeitlichen Verlauf mit dem Lautheitspegel deutlich über jenem des Mithörschwellenpegels des Amplitudenmaximums liegt) werden schon bei relativ kürzerem Tastenanschlag als musikalisch lang genug, d.h. dem Notenwert entsprechend empfunden. Die gespielten Längen der MIDI-Noten sollten nach dieser Annahme deutlich gegenüber jenen der Hüllkurven 1 und 2 abweichen.

7.2.1. Versuchsablauf

Das Experiment wird als Studie mit zehn Versuchspersonen durchgeführt. Die Probanden müssen hinsichtlich eines erfolgreichen Versuchsablaufs über entsprechende pianistische Fähigkeiten verfügen, da als Eingabemedium der Musikbeispiele ausschließlich eine Klaviertastatur (Masterkeyboard) verwendet wird (siehe Abbildung 7/7). Als Versuchsmaterial wird die Oberstimme der F-Dur Invention von J. S. Bach, BWV 779, Takt 1 bis 4 verwendet (siehe Anhang: Notenbeispiel 1). Das bewußt nach FASTL (1975, ACUSTICA 32: 289) vorgegebene Spieltempo liegt bei 120 Viertelnoten pro Minute. Diese Notenphrase wurde einerseits wegen des bei Pianisten hohen Bekanntheitsgrades, andererseits wegen der deutlichen Gliederung der Akkordzerlegungen und der 1/8- und 1/16-Notengruppierung gewählt. Jede Versuchsperson spielt das selbe Musikstück nacheinander mehrmals mit systematisch variierten Parametern, nämlich: musikalische Artikulation ("legato", "portato" und "staccato"), Instrumentenklang und schrittweise variierte ADSR-Hüllkurve (Abbildung 7/6). Für die zwei verschiedenen Ausgangsklänge - Klavier und Orgel - erfolgt das Spiel in jeweils einem Klavier- und einem Orgelaufnahmedurchgang mit einem auf die Anschlagdynamik der Klaviatur reagierenden Klang, eine Aufnahmefolge mit Orgelklang wird mit deaktiviertem Anschlagverhalten absolviert (d.h. der Klangerzeuger reagiert nicht auf eingehende Velocityänderungen, die Lautstärke bleibt beim Spielen konstant). Diese Variation wird angewandt, um Rückschlüsse auf die Wechselbeziehung Tondauer - Dynamik ziehen zu können. Die Werte für die gespielte MIDI-Velocity werden jedoch weiterhin aufgezeichnet. Insgesamt wird jeder Pianist mit seiner spezifischen Spielweise also mindestens 27mal am MIDI-Sequenzer aufgenommen; um Zufälle und Willkür ausgrenzen zu können werden alle Aufnahmen redundant und in differierender Reihenfolge getätigt. Insgesamt spielt der Musiker die Phrase 54mal, damit beschränkt sich die durchschnittliche Versuchsdauer auf eine akzeptable Länge von etwa 25 bis 30 Minuten. Jede Versuchsperson hat die Möglichkeit sich ausführlich mit Tastatur und Instrumentenklang vertraut zu machen. Die Reihenfolge des Instrumentenklanges und der musikalischen Artikulation kann vom Spieler frei gewählt werden, die Variation der Hüllkurven und der Anschlagdynamik beim Orgelklang erfolgt in ungeordneter Reihenfolge nach dem Zufallsprinzip. Die aufgezeichneten Daten werden statistisch hinsichtlich einer zu erwartenden Abweichung der Notenlängen ausgewertet.

Abbildung 7/7: Versuchsaufbau der exemplarisch-empirischen Studie. Die Variation des Klangmaterials hinsichtlich Anschlagdynamik und Hüllkurve erfolgt softwaregesteuert vom Sequenzer aus.

Die im Experiment MIDI-automatisierte Variation des TVA (Time Variable Amplifier zur Veränderung der ADSR-Hüllkurve) am digitalen Sampler kann für verschiedenartige Instrumente erfolgen; aufgrund der musikalischen Fragestellung sollen aber nur relevante Instrumente - konkret Klavier und Orgel - herangezogen werden. Der zeitliche Bereich, der im Hinblick auf die subjektive Tondauer interessiert, liegt deutlich unter einer halben Sekunde; der entsprechende zeitliche Intensitätsverlauf eines Klaviertons verglichen mit jenem eines Orgeltons sieht vereinfacht dargestellt folgendermaßen aus:

Abbildung 7/8: Intensitätsverlauf eines Klaviertons und eines natürlichen Orgeltons

der Tonhöhe a=220 Hz (WINCKEL, 1960: 43-44)

Die obenstehende Graphik zeigt einen typischen Intensitätsverlauf zweier Tasteninstrumente mit unterschiedlicher Klangerzeugung. Der Klavierklang erreicht nach wenigen Millisekunden (siehe Abbildung 7/9) sein Intensitätsmaximum, um dann langsam auszuklingen, während der Orgelklang erst nach ca. 50 ms sein Maximum erreicht. Somit läßt sich konstatieren, daß eine Naturorgel aufgrund der relativ langsamen Einschwingzeit und des langen Ausklingvorgangs zu einer repräsentativen Untersuchung hinsichtlich subjektiver Tondauern nicht herangezogen werden kann, das Klavier scheint - abgesehen von einem geringfügigen Intensitätsverlust - besonders für die Untersuchung von Tönen mit kurzem Tastenanschlag geeignet zu sein.

Abbildung 7/9: Intensitätsverlauf der Einschwingphasen eines Klavier- und eines natürlichen Orgeltons (WINCKEL, 1960: 43-44)

Nimmt man - wie im konkreten Fall dieser Studie - anstelle eines natürlichen Orgelklanges einen synthetisch erzeugten Klang mit Orgelcharakter, so kann dieser hinsichtlich seiner Ein- und Ausschwingzeiten dem Versuch entsprechend adaptiert werden.

7.2.2. Der Einfluß der Hüllkurven auf die Klangwiedergabe

Wird im MIDI-Sequenzer eine bestimmte Note abgespielt, so können sich für ein und den selben Ausgangsklang eines Tonerzeugers je nach Art der Hüllkurve verschiedene Klingzeiten einstellen. Folgende absolut gemessene Tondauer ergibt sich bei jenen im Versuch verwendeten synthetischen Orgel- bzw. Klavierklängen für die Tonhöhe f1 (349 Hz) und. f2 (698 Hz), wenn eine aufgezeichnete Sechzehntelnote der Dauer von exakt 96 PPQ mit einem Tempo von 120 Viertelnoten pro Minute (entspricht 125 ms) und der maximalen Velocity (127) wiedergegeben wird:

Hüllkurve

Note: f1

Note: f2

TVA-Einstellung des Samplers

1

121 ms

122 ms

00 - 00 - 00 - 00

2

160 ms

162 ms

02 - 00 - 00 - 06

3

339 ms

350 ms

05 - 00 - 00 - 16

Hüllkurve

Note: f1

Note: f2

TVA-Einstellung des Samplers

1

120 ms

122 ms

00 - 00 - 00 - 00

2

167 ms

170 ms

02 - 40 - 90 - 06

3

289 ms

284 ms

04 - 40 - 90 - 13

Die nachfolgenden Illustrationen (Abbildung 7/10 bis 7/13) zeigen die mit S_TOOLS® aufgezeichneten Zeitfunktionen der Klavier- und Orgelklänge des gleichen Samples mit jeweils variierter Hüllkurve, jedoch beibehaltener Tonhöhe (f1 bzw. f2). Die Abweichungen des Ein- und Ausschwingverhaltens der dargestellten Klänge sind deutlich erkennbar.

Abbildung 7/10: Absolute Orgeltondauer der 1/16 Note f 1, Tempo 120.

Abbildung 7/11: Absolute Orgeltondauer der 1/16 Note f 2, Tempo 120.

Abbildung 7/12: Absolute Klaviertondauer der 1/16 Note f 1 bei Tempo 120.

Abbildung 7/13: Absolute Klaviertondauer der 1/16 Note f 2 bei Tempo 120.

Das technische Instrumentarium, welches bei diesem Versuch verwendet wurde, setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

7.2.3. Statistische Auswertung des Hauptversuchs

Die vorliegenden MIDI-Aufnahmen werden phrasenweise, d.h. Spur für Spur, als Standard-MIDI-File aus dem Sequenzer exportiert. Die für 10 Versuchspersonen insgesamt 540 MIDI-Files unterliegen anschließend einer Transformation in ASCII-Daten, die anhand eines eigens für diese Anwendung erstellten Hilfsprogramms erfolgt. Eine zusätzliche Softwareroutine ermöglicht es, die nunmehr umgewandelten Daten nach numerischen Werten für "Note", "Velocity" und "Notenlänge" sortiert auszugeben. Nach erfolgter Aufbereitung des Datenmaterials werden die separierten Daten einzeln in das Statistikprogramm SPSS für Windows Version 6.0.1. eingelesen, um eine größtmögliche Flexibilität in der Auswertung offenzulassen und jede Variable isoliert behandeln und interpretieren zu können.

Ein konkretes Anwendungsbeispiel einer mikroskopischen Auswertung zeigt die Darstellung eines Einspielungsprofils an Hand einer einzigen Aufnahme (Abbildung 7/14). Die Versuchsparameter Notenlänge und Velocity werden für jede Note separiert aufgezeigt und bieten damit eine ausgezeichnete Interpretationsgrundlage.

Abbildung 7/14: Exemplarisches Notenlängenprofil für die Person 1:

Orgel anschlagdynamisch, Artikulation legato, Hüllkurve 1.

Diese Profildarstellung ermöglicht eine exakte, notenindividuelle Auswertung. Jede Note ist auf einen Blick anhand der Notenlänge und der Velocity bestimmbar, Phrasierungscharakteristika sind spontan ablesbar und interpretierbar.

Einen weiteren Überblick verschafft die für jede Einzelperson angewandte Analyse jeder aufgenommenen Phrase mit unterschiedlichen Versuchsparametern nach Kriterien des arithmetischen Mittelwerts, der jeweiligen Standardabweichung und des Medians; diese sind nach BOHLEY (1992) in folgender Weise definiert:

Das arithmetische Mittel (Xam) einer quantitativen statistischen Variablen ist die Summe der mit der relativen Häufigkeiten gewichteten Werte dieser Variablen.

Die Standardabweichung (S) bzw. Varianz ist das gewogene arithmetische Mittel der Abstandsquadrate, aus dem man die Wurzel zieht.

Der Median (Xme) ist jener Wert einer statistischen Variablen, welcher die der Größe nach geordneten Variablenwerte in zwei Hälften teilt.

Die arithmetisch gemittelten Ergebnisse jeder spezifischen Einspielung der einzelnen Personen werden anschließend in einem tabellarischen Überblick aufgezeigt (Abbildung 7/15). Jede Aufnahme (54 pro Person) wird separiert nach 1/8- und 1/16-Noten aufgelistet, jeweils darunter finden sich die Werte für die Standardabweichungen. Die Auswertungstabelle ist nach Instrument (Klavier, Orgel dynamisch und Orgel nicht dynamisch), Artikulation (legato, portato, staccato) und nach den drei Hüllkurventypen (ADSR) geordnet; die beiden eigenständigen Einspielungen sind mit den Spalten 1 bzw. 2 beziffert, 1+2 steht für die Mittelung aus beiden Aufnahmen. Die detaillierten Einzelauswertungen für alle Versuchspersonen sind im Anhang (Tabelle 7 bis 16) abgebildet.

Versuchspers.: 1

Klavier

Orgel

Orgel

1/8-Noten:

dynamisch

dynamisch

nicht dynamisch

Artikul.

ADSR

1

2

1+2

1

2

1+2

1

2

1+2

 

1

190,6

17,2

193,6

9,5

192,1

13,9

195,5

11,0

186,0

20,3

190,7

15,6

196,2

10,2

195,6

12,2

195,9

11,2

Legato

2

194,3

9,2

188,3

8,7

191,0

9,0

201,9

9,1

177,8

20,7

189,9

14,9

192,5

9,6

189,2

18,2

190,8

13,8

 

3

187,5

11,3

184,2

13,5

186,8

12,4

191,2

11,6

183,0

22,0

187,1

16,8

192,2

11,1

172,5

20,8

182,3

15,9

 

1

120,9

12,6

121,9

18,6

121,4

15,6

131,0

15,5

134,1

16,3

132,6

15,9

126,1

12,2

137,6

13,7

131,7

13,0

Portato

2

123,5

15,2

123,9

16,0

123,7

15,6

132,5

16,1

132,7

14,4

132,6

15,2

131,4

16,3

122,7

16,2

127,1

16,2

 

3

121,1

17,4

128,8

12,3

124,6

14,8

141,3

18,4

119,0

14,2

130,1

16,3

125,7

18,2

138,2

14,8

132,3

16,5

 

1

86,1

15,5

81,4

15,6

83,7

15,5

78,6

17,3

92,0

15,1

85,3

16,2

88,7

12,7

77,2

15,6

83,0

14,2

Staccato

2

85,6

17,8

78,4

15,7

82,0

16,5

71,7

14,3

76,2

16,0

74,0

15,1

93,5

12,2

77,2

13,6

90,3

12,9

 

3

66,1

12,7

77,8

13,7

72,0

13,2

70,2

18,4

74,5

19,0

72,2

18,7

85,4

16,2

73,8

21,0

79,6

18,6

1/16-Noten:

Artikul.

ADSR

1

2

1+2

1

2

1+2

1

2

1+2

 

1

117,6

16,3

117,3

13,5

117,4

14,9

114,5

13,1

109,1

10,3

111,8

11,7

113,5

13,2

110,2

14,7

111,8

14,0

Legato

2

115,2

14,0

111,7

13,8

113,5

13,9

113,1

13,5

104,7

15,4

110,3

14,5

113,7

12,3

108,5

12,4

111,1

12,4

 

3

112,5

11,8

111,5

13,4

112,0

12,6

108,3

12,1

102,5

14,7

105,4

13,4

109,0

13,4

98,7

16,5

104,2

14,9

 

1

81,3

20,1

79,5

17,1

80,4

18,6

88,0

15,9

85,2

20,9

86,6

18,4

83,8

21,5

87,9

21,1

85,8

21,3

Portato

2

89,0

17,1

86,2

17,1

87,6

17,1

80,6

14,7

79,7

17,1

80,2

15,9

85,7

17,1

83,1

17,1

84,4

17,1

 

3

89,8

20,1

94,0

20,7

91,9

20,4

88,5

16,9

85,5

17,7

87,0

17,3

89,4

16,4

84,1

19,1

86,7

17,8

 

1

59,0

13,1

67,6

18,7

63,3

15,9

50,4

7,7

66,4

18,4

58,4

13,0

56,6

12,1

69,1

20,3

62,2

16,2

Staccato

2

60,0

15,2

58,1

14,1

59,1

14,6

55,9

13,4

53,4

10,5

54,7

12,0

61,5

14,3

59,9

14,7

60,8

14,5

 

3

53,5

11,7

58,1

16,2

55,8

14,0

50,9

7,1

71,5

16,5

61,2

11,4

51,9

11,5

50,7

9,5

51,3

10,5

Abbildung 7/15: Statistische Auswertung der Versuchsperson 1.

(Auswertung für die Personen 2-10 siehe Anhang Tabelle 8-16)

Bei jenen in dieser Tabelle verwendeten Dezimalwerten und bei in den folgenden Abbildungen verwendeten Werten für die Notenlänge handelt es sich um PPQ-Werte, wobei z.B. die Zahl 192 repräsentativ für die Länge einer exakt gehaltenen 1/8-MIDI-Note steht. Das im Versuch gewählte Tempo von 120 Viertelnoten pro Minute hat bei MIDI-Notenwerten von 192 PPQ Notenlängen von exakt 250 ms zur Folge, eine Abweichung um 1 PPQ kommt damit einer zeitlichen Differenz von ca. 1,30 ms gleich.

Ein einzelnes Personenprofil liefert lediglich wesenseigene Erkenntnisse bezüglich Wahl der Notenlänge, über die Dynamisierung und die musikalische Phrasierung. Will man Aussagen bezüglich der aufgestellten Hypothese tätigen, so gilt es Aufnahmen mit verschiedenen Hüllkurven innerhalb einer Instrumentengruppe und einer Artikulationsart zu vergleichen. Globale Aufschlüsse über mögliche Trends soll eine arithmetische Mittelung über alle zehn Versuchspersonen liefern. Unter Verwendung der bereits beschriebenen Berechnungsweise erhält man (anhand aller 10 Versuchspersonen ermittelt) folgendes Überblicksergebnis:

Notenlängen

Klavier

Orgel

Orgel

1/8-Noten:

dynamisch

dynamisch

nicht dynamisch

Artikulat..

HK.

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

 

1

201,98

27,2

201

199,43

22,8

199

201,67

20,7

200

Legato

2

201,53

24,9

199

199,25

37,4

198

200,95

23,5

199

 

3

200,52

23,7

198

197,62

24,0

197

198,74

23,6

197

 

1

112,85

25,2

113

115,31

26,1

117

115,58

25,3

117

Portato

2

110,48

27,1

112

114,40

25,9

117

113,85

27,7

115

 

3

107,34

29,1

106

110,00

22,8

111

105,44

23,5

106

 

1

60,44

18,6

58

66,93

17,7

64

66,05

17,9

64

Staccato

2

59,55

18,1

58

64,63

16,3

64

66,47

17,3

65

 

3

59,42

14,2

60

63,65

15,0

63

65,15

16,9

63

Notenlängen

1/16-Noten:

Artikulat.

HK.

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

 

1

105,71

19,9

105

105,52

18,7

104

104,81

17,9

102

Legato

2

105,77

20,5

105

103,53

19,8

103

105,40

18,5

103

 

3

104,94

19,6

105

103,48

17,8

101

103,61

18,7

101

 

1

78,73

21,4

77

77,65

19,0

75

78,37

20,3

75

Portato

2

78,89

22,9

76

77,01

20,1

74

76,44

20,3

73

 

3

77,18

22,4

74

74,50

19,8

72

72,46

20,2

70

 

1

58,44

20,2

55

59,16

19,0

57

59,53

18,5

57

Staccato

2

58,85

19,2

56

58,95

17,8

56

58,21

18,0

57

 

3

57,36

18,1

57

57,62

17,2

55

55,63

16,2

55

Abbildung 7/16: Ergebnis der statistischen Auswertung im Überblick, n=10.

In der makroskopischen Betrachtung des arithmetischen Mittelwertes der nach (1/8 und 1/16-Noten) geordneten Notenlängen ist ein erster Trend erkennbar: generell ist eine deutliche Korrelation zwischen Hüllkurve ("HK") 1 und HK 2 ersichtlich. Typische Werte für den Abstand zwischen HK 1 und HK 2 liegen zwischen 0,2 und 1 ms, die maximale Varianz von ca. 3 ms tritt bei "portato" artikuliertem Klavier auf. Bestätigt wird diese grundsätzliche Tendenz anhand eines Medianvergleiches: In zwei von 18 Fällen weicht der Median der Hüllkurven 1 und 2 um 2 PPQ (2,6 ms) ab, in allen anderen Fällen liegt die Abweichung bei 1 PPQ (1,3 ms) oder darunter.

Vergleicht man nun die gewonnenen Daten hinsichtlich einer Varianz mit der Hüllkurve 3, so kommt man zu folgendem interessanten Schluß: die Spielweisen "legato" und "staccato" liefern durchwegs keine signifikanten Hinweise auf eine nach Kriterien der subjektiven Tondauer adaptierten Einspielung; die Verkürzungen der Tondauer liegen allesamt im Bereich von 0,15 bis maximal ca. 1 ms. Der vergleichsweise am kürzesten gewählte Tastenanschlag wird bei nicht dynamischem Orgelklang mit einer durchschnittlichen Verkürzung von 3 ms getätigt. Ein anders Ergebnis stellt sich bei der Artikulation "portato" ein: die Länge der MIDI-Noten wird hier bei Einspielungen mit der Hüllkurve 3 durchschnittlich zwischen 2 und 11 ms verkürzt. Die größte Signifikanz ergibt sich - wie schon zuvor - bei der nicht anschlagdynamischen Orgel.

Wird die Variationsbreite zwischen den einzelnen Hüllkurven innerhalb einer Artikulationsart (im folgenden Beispiel "legato") verglichen, so erhält man folgendes Notenlängenprofil über die Stichprobe n=10 Personen (=20 Einspielungen pro Hüllkurventypus):

Abbildung 7/17: Notenlängenprofil: Orgel nicht anschlagdynamisch;

n=10, Artikulation legato, Hüllkurve 1,2,3.

Abbildung 7/17 zeigt eine signifikante Korrelation der drei Einspielungsvariablen (LANG1: HK1, LANG2: HK2, LANG3: HK3) für das Instrument "Orgel nicht anschlagdynamisch", Artikulationsart legato. Die Mittelwerte der Notenlängen der gebundenen Achtelnoten bewegen sich allesamt um den theoretischen Wert von 192 PPQ, jene der Sechzehntelnoten liegen im Bereich von 89 bis 125 (rechnerischer Idealwert: 96). Die Werte für die 1/4-Note Nr. 35 (a2) werden in dieser und in allen folgenden Betrachtungen einer Analyse und Interpretation nicht zugeführt. Entgegen der Hypothese weichen die Einspielungen mit HK3 nicht oder nur unwesentlich von jenen mit HK1 und HK2 ab. Die Betonungen in der Phrasierung sind innerhalb dieser musikalischen Vortragsweise homogen. Der wie zuvor beschriebene Vergleich nach der Variable Hüllkurve mit den anderen Instrumenten "Klavier" und "Orgel anschlagdynamisch" führt zu einem fast übereinstimmenden Ergebnis. Nimmt man abgesehen von der arithmetischen Mittelung eine gründlichere Betrachtung eines derartigen Notenlängenprofils bezüglich Standardabweichung (S) und absolute Notenlängenmaxima (Max) und Notenlängenminima (Min) vor, so erhält man ergänzend zum vorigen Beispiel für die Einspielungen mit Hüllkurve 1 folgendes Profil:

Abbildung 7/18: Notenlängenprofil: Orgel nicht anschlagdynamisch; n=10, Artikulation legato, Hüllkurve 1; arithmetisches Mittel, Standardabweichung sowie Minima und Maxima.

Die obenstehende Graphik vereinigt die in der Notenlängenauswertung verwendeten statistischen Parameter auf sehr anschauliche Weise: für jede einzelne Note werden die Extremwerte (Minimum und Maximum) abgebildet, das schraffierte Feld umfaßt den Bereich der Standardabweichung (S), der schwarze Balken repräsentiert den arithmetischen Mittelwert. Deutlich treten anhand dieser Analyse die Noten mit der größten Streuung hervor (6, 10 ,13 ,17 ,22 ,34). Illustrativ zeigt sich in der Darstellung, daß die deutlichsten Notenlängenvarianzen beim Wechseln der Notenwerte sowie beim Übergreifen bzw. Fingersatzwechsel (Note 10 und 13) auftreten. Eine visualisierte Gegenüberstellung von Einspielungen nach verschiedenen statistischen Variablen in nur einer Abbildung erfolgt allerdings in dieser Form auf Grund mangelhafter Übersichtlichkeit nicht, in kritisch-vergleichenden Analysen bei entsprechenden Fragestellungen wird diese Methode noch Anwendung finden.

Vergleicht man die Notenlängenprofile für die Artikulationsart "portato" ebenfalls nach der Variable Hüllkurve 1,2,3 so erhält man folgendes Ergebnis (Abbildung 7/19):

Abbildung 7/19: Notenlängenprofil: Orgel anschlagdynamisch;

n=10, Artikulation portato, Hüllkurve 1,2,3.

Zu erkennen ist eine deutliche Regelmäßigkeit der Einspielungen mit Hüllkurve 1 und HK2. Anders als bei der Spielweise "legato" werden die "portato" artikulierten Notenlängen bei Hüllkurve 3 gegenüber jenen der HK1 und HK2 verkürzt. Bereits ab der dritten Note ist dieser Trend in der Graphik ersichtlich, durchschnittlich werden die Achtelnoten um 6 ms verkürzt, die Sechzehntelnoten werden gemittelt um 3-4 ms kürzer gehalten. Gegenüber der Vortragsgestaltung "legato" werden die "portato"-Notenlängen um ca. 35-85 Prozent verkürzt, 1/8-Notenlängen liegen im Bereich von 110-120 PPQ, der Median für 1/16-Noten befindet sich bei ca. 70-90 PPQ. Wie bereits in der zuvor besprochenen Analyse für die "legato"-Artikulation ergeben sich für die Instrumente "Klavier" und "Orgel nicht anschlagdynamisch" ähnlich Trends, wobei die deutlichste Verkürzung der Notenlängen neuerlich für die nicht anschlagdynamische Orgel beobachtet werden konnte.

Einen weiteren interessanten Interpretationsaspekt dieses Experiments bietet die Möglichkeit, die im Versuch verwendeten Instrumente gegeneinander bezüglich Notenlängenabweichungen zu vergleichen. Anhand des Beispiels "Artikulation staccato, HK3" wird diese Methode exemplarisch erklärt (Abbildung 7/20):

Abbildung 7/20: Notenlängenprofil: Klavier versus Orgel;

n=10, Artikulation staccato, Hüllkurve 3.

Der Vergleich nach der Variable Instrument (ORGEL1: Orgel anschlagdynamisch, ORGEL2: Orgel nicht anschlagdynamisch, PIANO: Klavier anschlagdynamisch) liefert Auskunft bezüglich instrumentenspezifischer Spielweisen. Das interessante Ergebnis dieser Untersuchung in einer ersten Übersicht kann in folgender Weise verbalisiert werden: ORGEL1 und ORGEL2 korrelieren signifikant, PIANO-Noten werden trotz einer objektiv kürzeren Klingdauer (siehe Abbildungen 7/10 bis 7/13) bei den Artikulationen "portato" und (wie in diesem Beispiel) "staccato" tendenziell kürzer gehalten. Bekräftigt wird dieser Sachverhalt durch den Vergleich der gemittelten Achtelnotenlängen, welcher in Abbildung 7/16 nachvollzogen werden kann.

Die Auswertung über die gesamte Stichprobe nach globalen Trends konnte die hypothetisch prognostizierten Ergebnisse ansatzweise erbringen. In einem weiteren Schritt sollen anhand einer "Clusteranalyse" Ähnlichkeiten einzelner Probanden untersucht und diskutiert werden, um auf diese Weise signifikante Merkmale aufzuzeigen:

7.2.4. Clusteranalyse

Diese statistische Methode hat den Zweck der Kategorienbildung bestimmter Variablen nach dem Kriterium wechselseitig ähnlicher Merkmale. Die Clusterananlyse einer Variable innerhalb eines bestimmten Merkmals ist ein sinnvolles, relativ leicht anwendbares statistisches Werkzeug. In diesem konkreten Fall der Analyse - bezüglich typischer Charakteristika der gespielten Notenlängen (und eventuell der Velocity) abhängig vom Klangmaterial, der Art der Hüllkurve des Klanges, sowie der musikalischen Artikulation - wird die Bildung von Clustern nach Personen durch die Vielzahl der Variablen und der daraus resultierenden Möglichkeiten erschwert. Darum wurde die Clusterung an Hand der arithmetisch gemittelten Notenlängen der einzelnen Personen vorgenommen (Tabelle 7 bis 16). Die primäre Gewichtung wurde dabei auf signifikante Spielart innerhalb der Artikulationsart "portato" gelegt, da hier in der Vorerhebung über die gesamte Stichprobe die deutlichsten Unterscheidungen festgestellt werden konnten. Weiteres Augenmerk wurde auf eine mögliche Sensibilisierung bezüglich der verschiedenen Instrumentenklänge, sowie auf die Konstanz der einzelnen Personen innerhalb einer Variablengruppe gelegt. Den ausgewerteten Parametern der Artikulationsgruppe "staccato" wurden auf Grund der relativ größten Streuung die geringste Gewichtung beigemessen, wegen der großen Konstanz entpuppte sich der Vergleich innerhalb der Artikulation "legato" als relativ einflußlos.

Angesichts dieser vergleichenden Clusterbildung zeichnete sich ein mehr oder weniger signifikanter Trend ab:

Zwei Gruppen ("Cluster") - eine zu 4, eine zu 5 Personen - mit übereinstimmenden bzw. ähnlichen Merkmalen konnten aus der gesamten Stichprobe von 10 Versuchspersonen gebildet werden; eine Einzelperson wurde aus Gründen von gröberen Unregelmäßigkeiten von der Auswertung nach signifikanten Gruppen ausgeschlossen.

7.2.4.1. Cluster 1: (Person 1,2,5,8,9)

Diese Personengruppe kann durch folgende Merkmale charakterisiert werden:

Die unterstehende Graphik zeigt exemplarisch ein Notenlängenprofil, welches für den Cluster 1 die vergleichsweise signifikanteste Längenmodifikation zwischen HK1/HK2 und HK3 aufweist. Die größten Abweichungen bei Note 2, 3, 26, 30 und 31 sind deutlich zu erkennen, wie erwähnt erweist sich der Cluster 1 hinsichtlich einer Veränderung der Notenlängen als relativ unsensible Personengruppe.

 

Abbildung 7/21: Notenlängenprofil Cluster 1: Orgel nicht anschlagdynamisch;

Artikulation portato, Hüllkurve 1,2,3.

Notenlängen

Klavier

Orgel

Orgel

1/8-Noten:

dynamisch

dynamisch

nicht dynamisch

Artikulat..

HK.

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

 

1

198,62

26,9

198

197,23

22,7

197

198,84

20,7

197

Legato

2

198,85

24,0

196

197,18

24,0

198

197,44

22,4

194

 

3

196,79

22,5

194

195,38

23,5

194

195,19

25,1

195

 

1

111,78

27,5

109

113,28

31,5

116

113,33

28,8

116

Portato

2

109,57

28,1

110

111,92

29,8

115

110,03

30,8

114

 

3

108,36

31,8

110

109,48

27,5

112

108,50

28,1

112

 

1

65,50

18,8

62

66,86

16,7

63

67,46

19,36

65

Staccato

2

63,67

18,9

62

65,60

16,3

64

67,38

16,8

65

 

3

62,68

13,1

62

64,26

15,4

62

70,15

18,3

66

Notenlängen

1/16-Noten:

Artikulat.

HK.

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

 

1

106,49

20,6

105

107,03

19,4

104

107,15

19,0

103

Legato

2

104,81

19,5

102

105,60

18,2

103

106,57

18,4

103

 

3

104,00

19,1

103

104,58

17,5

102

105,58

18,6

102

 

1

78,14

21,5

75

77,05

19,6

73

78,05

21,2

72

Portato

2

78,80

22,6

75

75,89

20,5

72

76,37

20,4

71

 

3

79,15

23,5

74

77,70

20,6

74

74,56

20,9

71

 

1

57,18

19,2

54

55,30

15,3

55

58,08

18,3

56

Staccato

2

57,50

16,3

56

54,90

14,5

53

55,66

16,7

55

 

3

55,48

15,2

56

54,79

15,6

53

53,76

14,5

54

Abbildung 7/22: Statistische Auswertung des Cluster 1( n=5).

Betrachtet man die PPQ-Werte in der Abbildung 7/22, so können innerhalb eines Instruments und innerhalb einer Artikulationsart die gemittelten Varianzen der Notenlängen abgelesen und verglichen werden. Wie bereits beschrieben bewegen sich die Abweichungen in nicht signifikanten Bereichen von maximal 3 ms. Vergleicht man die gewonnenen Daten mit Cluster 2, so erhält man folgendes Ergebnis:

7.2.4.2 Cluster 2: (Person 3,6,7,10)

Diese Personengruppe kann durch folgende Merkmale charakterisiert werden:

Eine tabellarische Aufstellung der arithmetischen Mittelwerte, der Standardabweichungen und der Mediane der Notenlängen verschafft wiederum einen Überblick über die Merkmale dieses Clusters und verdeutlicht die zuvor beschriebenen Charakteristika in einer übersichtlichen Darstellung:

 

 

Notenlängen

Klavier

Orgel

Orgel

1/8-Noten:

dynamisch

dynamisch

nicht dynamisch

Artikulat..

HK.

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

 

1

206,21

29,2

208

204,84

23,1

206

205,30

20,5

205

Legato

2

205,15

25,2

206

203,34

24,6

206

206,18

25,6

205

 

3

206,08

25,7

207

201,65

25,8

202

205,65

21,9

203

 

1

108,99

21,2

110

119,45

19,7

119

119,77

22,0

121

Portato

2

105,33

24,7

106

121,04

20,4

122

121,38

24,4

120

 

3

97,98

21,4

98

111,28

17,6

111

107,18

30,1

102

 

1

51,26

14,5

48

63,54

16,9

64

61,49

14,27

61

Staccato

2

51,73

14,0

50

60,28

14,0

59

61,70

15,0

63

 

3

54,77

14,6

54

60,25

13,0

61

58,78

13,5

58

Notenlängen

1/16-Noten:

Artikulat.

HK.

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

Xam

S

Xme

 

1

108,52

17,1

107

105,21

18,9

105

103,8

14,8

104

Legato

2

108,57

20,6

106

105,92

14,7

105

106,38

16,2

106

 

3

109,11

17,5

108

104,97

15,7

104

103,35

16,1

103

 

1

76,27

19,8

76

78,68

17,9

77

79,96

18,2

80

Portato

2

76,39

21,1

75

78,74

19,7

78

77,92

19,6

78

 

3

72,21

19,9

71

73,09

17,2

72

67,88

17,94

64

 

1

56,34

19,3

54

59,71

19,2

57

59,39

17,4

57

Staccato

2

56,43

19,5

53

61,70

18,8

59

59,33

18,15

58

 

3

56,28

18,8

55

61,36

18,4

60

58,65

17,4

57

Abbildung 7/23: Statistische Auswertung des Cluster 2( n=4).

Verläßt man wiederum den makroskopischen Bereich der Auswertung und analysiert diesen Cluster nach Notenlängenprofilen, so erhält man für die Artikulation "legato" folgendes Ergebnis (Abbildung 7/24):

Abbildung 7/24: Notenlängenprofil Cluster 2: Orgel nicht anschlagdynamisch;

Artikulation legato, Hüllkurve 1,2,3.

Die Variation der Hüllkurve hat für die Artikulationsart "legato" keinen Einfluß. Die homogene Wahl der Notenlängen unterstreicht die relativ konstante Phrasierung dieser Personengruppe. Einer deutlichen Betonung unterliegen die Note 6 (f2), 10 (d2) und 17 (f1); Über die gesamte Phrase betrachtet bleiben die Mittelwerte der Einzelnoten trotz Modifikation der Hüllkurve der Länge nach nahezu unverändert. Vergleicht man anhand eines Beispiels ein Notenlängenprofil des Clusters 2 (unter Berücksichtigung der Standardabweichung sowie der Maxima und Minima) mit einem ebensolchen des Clusters 1, so ergeben sich signifikante Unterschiede (Abbildungen 7/25 und 7/26): Cluster 1 weist wesentlich höhere Streuungen vor allem im Bereich der 1/8-Noten auf (typische Werte zwischen kürzester und längster Note liegen bei ca. 70 bis 90 PPQ), der Cluster 2 verhält sich wesentlich homogener. Die größten Abweichungen treten bei besonders betonten Noten (6, 10, 17, 22) auf, ansonsten liegt die Spanne zwischen Maximum und Minimum bei durchschnittlich ca. 20 bis 50 PPQ.

Abbildung 7/25: Notenlängenprofil: Orgel anschlagdynamisch; Cluster 1, Artikulation portato, Hüllkurve 1; arithmetisches Mittel, Standardabweichung sowie Minima und Maxima.

Abbildung 7/26: Notenlängenprofil: Orgel anschlagdynamisch; Cluster 2, Artikulation portato, Hüllkurve 1; arithmetisches Mittel, Standardabweichung sowie Minima und Maxima.

Für Cluster 2 können prägnante Abweichungen angesichts der Einspielungen unter der Prämisse "portato" festgehalten werden: Die Abbildungen 7/27 bis 7/29 zeigen einen deutlichen Trend, der die formulierte Hypothese nach dem Modell der subjektiven Tondauer unterstreicht. Die Aufnahmen, die mit den Hüllkurven 1 und 2 getätigt wurden (LANG1 und LANG2) weisen eine signifikante Affinität auf, während jene mit Hüllkurve 3 (LANG3) für fast alle Einzelnoten klar abweichen. Am drastischsten ist diese Tendenz bei den drei Instru